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THW Bensheim: Gut besuchter Familientag mit einem spannenden Programm Bensheim. Die Hauptattraktion beim Familientag des Technischen Hilfswerks war kaum zu übersehen: Ein zwölf Meter hoher Aktionsturm, von dem aus pro Minute 800 Liter Wasser in ein Schwimmbassin rauschten, an dem eine Kletterwand zur Mutprobe einlud und von dem aus man sich von der mittleren Plattform abseilen lassen konnte.
Kein Wunder: Die Kinder, die aus Sicherheitsgründen mindestens 1,30 Meter groß sein mussten, standen den ganzen Tag über Schlange. Viele reizte der Kitzel, für kurze Zeit den Boden unter den Füßen zu verlieren und von luftiger Höhe aus auf die Freunde herunter zu schauen. Der Familientag beim THW Bensheim hat an Fronleichnam Tradition. Selbst durchwachsenes, kühles Wetter konnte der Veranstaltung nichts anhaben. "Unser Motto heißt aktiv mitmachen, erleben und alles anfassen dürfen", erklärte Jugendleiter Sascha Stein, warum sich der Familientag bei den Besuchern immer wieder so großer Beliebtheit erfreut. Seine Truppe hat sich übrigens erst kürzlich mit den Ortsverbänden von Heppenheim, Viernheim und Lampertheim zusammengetan. Als THW-Kreisorganisation ist man dem Kreisjugendring beigetreten. Am Donnerstag aber ging es weniger um formale Dinge. Spaß, Abenteuer und Informationen standen an erster Stelle. Mindestens genau so spektakulär wie der Aktionsturm war der XXL-Teleskop-Gelenkmast der Werksfeuerwehr der Firma Merck aus Darmstadt. 53 Meter hoch ist das 2,5 Millionen Euro teure Hubrettungsgerät, das auch überregional eingesetzt wird. Erst kürzlich war es in Speyer im Einsatz. Dort drohte ein Kreuz vom Kirchturm abzustürzen. Selbst mit Hand anlegen konnten Jugendliche und Erwachsene beim Bergungsräumgerät, dessen mächtiger Polypgreifer per Fernbedienung mit einem Hebel gesteuert wurde. Die Gäste konnten beim Holzklötzestapeln ihr Glück versuchen. Gleich nebenan war eine Ausstellung mit verschiedenen Einsatzfahrzeugen des THW und Gerätschaften aufgebaut. Darunter befanden sich auch eine hydraulisch betriebene Betonkettensäge, die Gestein erschütterungsfrei spaltet und ein Gabelstapler. Letzterer wird unter anderem dann angefordert, wenn es nach Verkehrskontrollen durch die Polizei gilt, Lkw zu entladen. Die Bastelecke für den Nachwuchs und der Informationsstand über die Arbeit und die Einsätze des THW als Katastrophenschutzorganisation des Bundes waren stets gut frequentiert. Schließlich sollte der Familientag auch der Mitgliederwerbung dienen. In Bensheim gibt es neben den Fachgruppen Räumen und Sprengen eine 280 Mitglieder starke Jugendgruppe und die Minis zwischen sechs und zehn Jahren. Bundesweit werden die - in fast 700 Städten und Gemeinden ansässigen - THW-Ortsgruppen jährlich zu mehreren Tausend Einsätzen bei Unwettern, Hochwasser, Stromausfällen, Großbränden, Gebäudeeinstürzen, Gasexplosionen, Zugunglücken, Lkw-Großunfälle und Flugzeugabstürzen gerufen. Außerdem leisten die Experten technische Hilfe im Ausland. Beim Familientag auf dem Bensheimer Vereinsgelände waren auch die befreundeten Hilfsorganisationen von DRK, DLRG, Feuerwehr und Johanniter vor Ort. Neben dem Dezernenten für Gefahrenabwehr, Gottlieb Ohl, schauten sich Bürgermeister Thorsten Herrmann und MdB Dr. Michael Meister Fuhrpark und hochmoderne Technik an und informierten sich über die ehrenamtliche Arbeit der "blauen" Truppe. gs |